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Als am Morgen des ersten Tages zum / allerersten Mal die Sonne aufging / gab es auf der Erde genau so viele / Sandkörner wie Tautropfen so viele / Tannennadeln wie Eiszapfen so viel / Sonnenlicht wie Schatten der Wind blies nicht / zu stark und nicht zu schwach es regnete / aber nicht zu viel und wo es schneite / schmolz der Schnee bald wieder wo ein Feuer / wütete wurde der Boden bald wieder / fruchtbar es gab so viele grüne Täler / wie kahle Berge so viele Seen / wie trockene Wüsten so viele Höhlen / wie sonnenhelle Lichtungen im Wald / Alles war gleichmäßig und überall / gerecht verteilt auf der Erde herrschte / ein vollkommenes Gleichgewicht und das / eine lange Zeit bis etwas dieses / System aus dem Gleichgewicht brachte es / war nur eine Kleinigkeit im Vergleich / mit der Größe der Erde oder mit / der Größe eines Baumes war dieses / Etwas winzig es war ein einziger / Satz den ein Mensch zu einem anderen / sprach / Die beiden bauten aus Steinen ein Haus / sie legten einen Stein auf den anderen / und sie fluchten über die Anstrengung / die ihnen die Arbeit abverlangte / das ganze Leben war nichts als Mühsal / Als zu Mittag die Hitze am größten / war sagte eine Person zur anderen / Der gehört mir / Und die andere Person die nicht wusste / worauf sich die erste Person bezog / fragte Was gehört dir? / Dieser Stein gehört mir antwortete / die erste Person / Rund um sie lagen eine Menge Steine / der Ort war eine Steinwüste es gab / gar nichts anderes als Steine runde / längliche flache spitze manche so / groß wie Felsbrocken manche so klein wie / ein Stecknadelkopf / Dieser Stein gehört mir den gebe ich / nicht mehr her sagte die erste Person / Und als die andere Person in Lachen / ausbrach und sagte Das ist doch lächerlich / hier gibt es tausend Steine und noch mehr / hob die erste Person den Stein auf und / stemmte ihn in die Höhe so hoch sie / konnte und als die Sonne in ihren / Augen brannte und Schweiß über ihre / Stirn rann ließ sie den schweren Stein fallen / und zertrümmerte der anderen Person / den Kopf / Der Stein der eben noch so schön geglänzt / hatte sah jetzt grau und farblos aus und / die erste Person konnte sich nicht mehr / erinnern was ihr davor an diesem / Stein so gut gefallen hatte und sie / überlegte was jetzt zu tun war dann / kniete sie sich auf den Boden und grub / ein Loch und als das Loch groß genug war / legte sie den toten Körper hinein / und bedeckte ihn mit Erde danach / schichtete sie wieder einen Stein auf / den anderen bis das Haus fertig war / Es heißt dass es ein schönes Haus wurde / und dass die Person die es erbaut hatte / darin glücklich bis an ihr Lebensende / lebte

Prolog aus dem Theaterstück Haus aus Steinen (2025)